< Deutschen Dressur Derby in Klein Flottbek
14.05.2018 08:11 Age: 214 days

60. Dressur Derby


Hamburg. 93.000 Zuschauer bevölkerten in den vergangenen fünf Tagen den Jenisch-Park in Hamburg/Klein Flottbek, als Volker Wulff mit seiner Firma Engarde das 89. Spring- und 60. Dressur Derby ausgerufen hatte. Über 300 Reiter aus 31 Nationen hatten sich zu dem internationalen Groß-Event angemeldet, dessen frenetisch gefeierter Sieger gestern Nachmittag nach einem Dreier-Stechen der Brite Matthew Sampson mit Gloria van Zuuthoeve war.

 

„Das war der beste Sieg in meiner Reiter-Karriere“, sagte der fast perplexe, 28-jährige Sieger gestern am frühen Abend. „Wir hatten selten ein so gutes Derby wie heute“, lobte Sportchef Paul Schockemöhle (Mühlen).  152 fehlerfreie Ritte hatte es in der Geschichte des Springderbys zuvor gegeben, als zunächst der Hufbeschlagsschmied Gilbert Tillmann (Grevenbroich) und Claus Dieter gestern den ersten absolvierten. Nur drei Starter nach dem Vorjahreszweiten und Derby-Sieger 2013 (mit Hello Max), waren Sampson und Gloria die 154. „Nuller“ in dem Parcours, der seit 1920 kaum verändert wurde. Für einen der typischen „Derby-Momente“ sorgte die am Ende Drittplatzierte und Stilpreis-Trägerin, die Doppel-Vielseitigkeits-Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Nupafeed´s La Vista: Als eine der nur vier weiblichen von 32 Startern absolvierte die 31-Jährige unter frenetischem Beifall die dritte fehlerfreie Runde des Tages. „Die Stute hat toll mitgemacht und mir viel Sicherheit bei den Sprüngen gegeben, über die ich kaum drüber gucken kann“, so die gelernte Sport- und Fitnesskauffrau.

 

Immerhin messen die imposanten 17 Hindernisse bis zu 1,67 Meter an Höhe – der Wassergraben ist 3,80 Meter breit, der berühmte Wall 3 Meter hoch, mit einer 1,65 Meter hohen Planke direkt dahinter. Die wurde für manchen Reiter zur Fehlerquelle – wie bei dem britischen Hickstead-Derby-Sieger Nigel Coupe, dessen Golvers Hill vom Weg abkam oder wie beim Olympia-Reiter Christian Ahlmann (Marl) mit Calva d´Or Z und beim Breitenburger Ausbilder Michael Grimm mit Vanea C, deren Derby-Reise dort endete. Der Kanadier Brian Walker musste seine Cookie B vom rückwärtigen Wall führen, während die irischen Wälle dem Iren Billy Twomey und Diaghilev zum Verhängnis wurden – Sturz und Ausschluss. Auch Publikumsliebling Janne-Friederike Meyer-Zimmermann (Pinneberg) kassierte einen Fehler an der Planke: „Der Parcours ist unheimlich spannend. Entscheidungen müssen in Millisekunden getroffen werden.“ Die Amazone kam mit Cellagon Anna als zweitbeste Frau und beste Schleswig-Holsteinerin auf Rang neun.

 

Im Stechen der drei „Nuller“, bekam Tillmanns Schimmel eine Stange zwischen die Beine, Sandra Auffarths Stute zwei: Rang zwei und drei. Sie kündigte an: „Das Derby wird meine neue Herausforderung werden.“ Übrigens: Irmgard von Opel war mit Nanuk die erste Frau, die – 1934 – das Springderby gewann. Jessica Bunjes