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16.04.2018 07:52 Age: 159 days

Tennesse Walking Horses


Felicitas Band mit Royals Out of the Blue im Canter

Fenja Lüdemann mit Miss Pennylane

Kristin Vahrenbrink aus Bad Oeynhausen auf Sancho Son of Bailey. Fotos: Jessica Bunjes

Giekau. In Amerika ist alles anders. In Giekau war es das am vergangenen Wochenende auch. Die Tennesse Walking Horses waren erstmals im Norden Deutschlands mit ihrer „Spring Show“ zu Gast, ein Turnier für die aus den USA stammenden Gangpferde. Ausgerichtet wurde die zweieinhalbtägige Veranstaltung vom europäischen Tennesse Walking Horse Club, was Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, den Niederlanden und den USA nach sich zog.

Die Tennesse Walker und ihre US-amerikanischen Shows sind in ihrem Heimatland teilweise sehr umstritten, was auf Manipulationen am Gangwerk zurückzuführen ist – um die spektakulären „Walks“ zu erreichen. In Giekau war das nicht der Fall. Hier wurde zum einen anders, zum anderen auf anderem Niveau geritten. Judge Paul Robbins – extra eingeflogen aus North Carolina – bewertete die gezeigten Leistungen mit einem fröhlichen „well, very well“. Suyin Oldenburg, in Grebin beheimatete Niederländerin und leidenschaftliche Tennesse Walking Horse-Reiterin, sah das in Teilen etwas anders, füllt aber ihre Funktion als Interims-Turniermanagerin souverän aus. Die Turnierchefin Nadine Arnert (Dechow) hatte gleich zu Turnierbeginn von ihrem Pferd eine Kopfnuss bekommen und blieb vorsorglich im Krankenhaus.

„Die Tennesse Walker sind vom Charakter her normalerwiese nicht so aufgeregt, sondern im Wesen sanftmütig und sportlich sehr vielseitig“, erklärte die Niederländerin Suyin, die zusammen mit dem Niederländer Gerrit Band sechs Mal die niederländischen Tennesse Walking Horse Meisterschaften ausgerichtet hat. „Unsere Pferde sind wir ein Rolls Royce – eine Limousine mit Grandesse.“ Auf der Show schien bei einigen das falsche Benzin eingefüllt, so dass der Motor in den Dressur, Gangpferde und Trail-Prüfungen mit den rassetypischen Elementen Walk, Flat Walk, Running Walk und Canter durchweg hochtourig lief. Richter Robbins nahm es gelassen, „es ist mir eine Ehre, hier zu richten.“ Für Niederländerin Felicitas Band war es eine, zu reiten. Mit Royal´s Out oft he Blue startete sie – wie der Rest der nur zwei Dutzend Paare – in nahezu allen Prüfungen, konnte sich regelmäßig vorne platzieren. „Ich bin sehr stolz auf ihn.“ Insbesondere der „Rocking Chair Canter“ des Schimmels war ein Hingucker. „Wir haben vier Jahre dafür trainiert.“ Alles etwas anders, als anderswo – aber eine wirklich besondere Premiere. jem