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03.04.2018 08:13 Age: 172 days

Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Flottbek


Flottbek. Das Derby ist das Derby. Manches mag sich verändern, anderes bleibt – der „Traditon verpflichtet“, wie Chefsteward Franz Peter Bockolt zu sagen pflegt. Nahezu Hunderttausend Besucher machen das Outdoor-Reitevent rund um Pulvermanns Grab in Klein Flottbek mittlerweile zu einem unvergleichlichen Spektakel, allein aufgrund der in Deutschland auf regulären Outdoor-Turnieren unerreichten Zuschauerzahl. Am Himmelfahrts-Wochenende, 9. bis 13. Mai, geht es im Jenisch-Park wieder hoch her.

„Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby ist für mich jedes Jahr und jeden Tag wie die Nordsee“, philosophierte Turnierchef Volker Wulff anlässlich des jüngsten Derby-Talks in Hamburg: „Es ist wie eine Riesenwelle der Emotionen“. Eine Riesenwelle machen er und sein PR-Team bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Die Karten wollen schließlich verkauft werden – ein Großteil ist es auch bereits. Daher setzte das Veranstalter-Team erneut bereits auf den Mittwoch als ersten Show-Off. Was für Reiter und Pferde ursprünglich Warm Up war, bietet jetzt Gänsehaut-Momente in der ersten Derby-Qualifikation.

Erneut ist der Klassiker, der nach wie vor seinen Ruf als „schwerster Parcours der Welt“ zu verteidigen hat, zugleich Wertungsprüfung für die DKB-Riders Tour. „Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby ist für uns ein Schlüsselevent“, versichert Reiner Johannsen, Standortleiter der DKB Hamburg. Das wird allein dadurch garantiert, dass in keinem anderen Riders Tour-Springen „feste“ Hindernisse, geschweige ein Wall zu absolvieren sind. Zudem ist der 1250 Meter lange Derby-Kurs etwa doppelt so lang wie ein gewöhnlicher Parcours.

Am Turnierdonnerstag wird dann im Dressurviereck angeklingelt. Der Grand Prix ist gleichzeitig Qualifikation zum Deutschen Dressur-Derby – in diesem Jahr das 60.ste. Das Finale wird traditionell mit drei Spitzen-Frack-Reitern auf internationalem Grand Prix-Niveau im seltenen Pferdewechsel ausgeritten. „Das gibt es nur in Hamburg und auch das Jubiläum wird natürlich gebührend gefeiert“, so Turnierchef Wulff. Neben diesem Jubiläum sind auch die U25- und die Ponyreiter wieder mit ihrem eigenen Derby dabei. Wulff: „Das Derby würde, ohne diese beiden Nachwuchstouren, zu einer Veranstaltung, die ihrem Auftrag der Förderung nicht gerecht wird.“

Im Springstadion wird am Himmelfahrts-Feiertag traditionell das Mercedes-Benz Championat von Hamburg entschieden und hier bekommt der Sieger als Ehrenpreis seit Jahren ein nagelneues Auto mit Stern auf der Kühlerhaube. Am Freitag wird dann die zweite Qualifikation zum Deutschen Spring-Derby entschieden. Im Dressurviereck gibt es indes eine Premiere: die Dressage Amateurs, eine neuen Serie für ambitionierte Non-Professionals im Viereck.

Am Turniersonnabend dreht sich alles um die Global Champions Tour und die Global Champions League – die GCT ist nach wie vor die höchst dotierte Springserie der Welt. Höhepunkt ist natürlich der eigentliche Derby-Sonntag. Dann wird das von Sponsor J.J.Darboven präsentierte 89. Deutsche Spring-Derby entschieden. „Ich stand selbst schon mal mit einem Pferd auf dem Wall“, verriet der über 80-jährige Kaffee-König Albert Darboven. Dieser Vierbeiner war damals ein Polopferd – der Club liegt in direkter Nachbarschaft. „Ich bin allerdings wieder umgedreht  - und habe größten Respekt vor Pferd und Reiter, die diese Aufgabe meistern“. Übrigens: Es ist streng verboten, den Wall außerhalb des Derbys zu bereiten. Zu guter letzt: Im Dressur-Stadion wird am selben Tag zum 60. Mal das heiß begehrte Blaue Band vergeben. Infos: www.engarde.de Jessica Bunjes